Gewerbliche Energiekunden profitieren von massiven Tarifsenkungen

Wie die „Financial Times Deutschland“ schreibt, dürfen deutsche Privatverbraucher bis zum Jahresende kaum mit sinkenden Stromtarifen rechnen. Dann aber werden die Preise fallen, sagte Hildegard Müller, Vorsitzende des Verbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), am Montag auf der Hannover Messe. Ihr Optimismus gründet in der zunehmenden Stabilisierung der Börse.

Während private Verbraucher auch in naher Zukunft über hohe Strompreise klagen müssen, profitieren Industriekunden bereits jetzt von massiv günstigeren Tarifen: Die Preise sind gegenüber Oktober 2008 um ganze 26 Prozent gesunken. Ein jetziger Vertragsabschluss macht sich also bezahlt. Müller erklärt den großen Tarifunterschied mit den kurzfristigen Verträgen, von denen gewerbliche Kunden profitieren können, private Kunden seien hingegen meist an langfristige Kontrakte gebunden. Bei den Privathaushalten rechnen die Anbieter mit einem bestimmten Stromverbrauch und versorgen sich oft mit Vorlaufzeiten bis zu zwei Jahren mit den entsprechenden Mengen, schreibt „ftd.de“, das Onlineportal der Finanzzeitung.

Obwohl die Börse offenbar wieder etwas ruhigere Gewässer ansteuert, präsentieren sich die Zukunftsaussichten alles andere als rosig: Wie der BDEW schreibt, sei der Gesamtverbrauch an Strom und Gas im ersten Quartal deutlich zurückgegangen. Insgesamt wurde vier Prozent weniger Strom verbraucht, der Gasverbrauch reduzierte sich um sechs Prozent. Dieser Rückgang begründet Müller damit, dass aufgrund der Wirtschaftskrise die Produktion vieler Betriebe zum Erlahmen kam, die Auftragseingänge gesunken sind und in vielen Unternehmen Kurzarbeit eingeführt wurde. Dadurch sei weniger Energie verschlungen worden.

Die Energiebranche lässt sich davon aber nicht beirren und will auch in Zukunft munter investieren: Wie „ftd.de“ berichtet, planen die deutschen Energieunternehmen Investitionen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro. Diese Summe soll vorwiegend in die Modernisierung und den Neubau der Stromerzeugungsanlagen fließen. Weitere milliardenschwere Investitionen sollen in die Gasnetze und die Stromnetze getätigt werden.

Der Beitrag wurde am Dienstag, den 21. April 2009 um 12:42 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
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