Sinkende Preise, steigende Preise
Wie eine schlechte Seifenoper hören dich die Entwicklungen auf dem Strommarkt tatsächlich an. Alle Welt redet von erneuerbaren Energien und dass dazu Investitionen nötig sind, ist für Jedermann einzusehen. Warum allerdings müssen denn, wenn es nach den Stromanbietern geht, die Verbraucher dafür allein aufkommen und nicht die Unternehmen, die doch schließlich auch nach de Investitionsphase jahrelang an den neuen Energien verdienen werden? Eine berechtigte Frage, schaut man sich die längerfristige Entwicklung auf dem Strommarkt an.
Fast schon verdächtige Einigkeit
Nach der langersehnten Liberalisierung des Strommarkts sanken erwartungsgemäß die Preise für die Verbraucher. Aber die verheißungsvolle Talfahrt hatte allzu früh wieder ein Ende. Von den vielen neuen Anbietern, die auf den Markt gedrängt waren, die Konkurrenz höher und damit die Preise niedriger gemacht hatten, verschwanden viele schon nach zwei Jahren wieder spurlos von der Bildfläche. Übrig blieben im Prinzip nur noch E.on, RWE, EnBW und Vattenfall, die dann nur noch die übrig gebliebenen Kunden unter sich aufteilen mussten. Als hätten sie sich abgesprochen, steigen seit dem Jahr 2000 die Preise für Strom kontinuierlich an.
Preissenkungen ja, aber nicht für den Kunden?
Aktuell sinken die Stromeinkaufspreise. Damit kommen die Anbieter aber noch lange nicht in Erklärungsnot, warum z.B. Vattenfall erst die Preise angehoben, wenn auch zum ersten Mal seit 2007. Jährlich muss ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt nun etwa 60 Euro mehr bezahlen. Der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft versteigt sich derweil in widersprüchlich Aussagen und Erklärungen. Die Anbieter kauften den Strom für ein bis zwei Jahre im Voraus ein, hieß es zunächst, nun seien es schon mindestens drei Jahre, die diese Vorkaufszeit umfasse. Und im Moment sind die Einkaufspreise für Strom und Energie so tief wie nie und trotzdem steigen die Preise für den Verbraucher weiter. Gerne wird oben genannte Erklärung/ Ausrede mit der über die Umlage für erneuerbare Energien, über die hier schon berichtet wurde, ergänzt. So bleibt es wohl auf absehbare zeit erstmal für den Verbraucher bei hohen Preisen und Investitionen in die zukünftigen Verdienste des Energiehandels und für die Anbieter bei satten Gewinnen.
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